Es ist Samstag Abend, 21 Uhr. Ich bin komplett erschöpft. Hinter mir liegt ein Turniertag, den ich nicht so schnell vergessen werde! Niklas Peisl und ich haben heute beim A+-Masters in Zwickau gespielt. Das Ziel war klar: mindestens 7. Platz und damit einen DVV-Punkt, einen Punkt für die Deutsche Rangliste, ergattern. Die Bedingungen waren miserabel: Regen, 5°C, Sand wie Beton, Gefälle und eine lärmende Baustelle mitten auf dem Zwickauer Hauptmarkt.
Im ersten Spiel trafen wir auf die nominell übermächtigen Gegner Mühlisch/Roscher. Die beiden spielen seit Jahr und Tag bei den mitteldeutschen Turnieren ganz oben mit. Standesgemäß haben wir den ersten Satz deutlich verloren. Doch dann gewinnen wir mit einer Leistung am Limit den 2., und mit viel Geschick und Glück auch noch den nächsten Satz! Sensation, Freude! Denn durch diesen Sieg haben wir auf einmal die Chance mit einem weiteren Sieg gegen Kempf/Müller, ihrerseits Mitteldeutscher Meister 2009, direkt mindestens 5. zu werden.
Damit wären für jeden 4 DVV-Punkte und eine Menge Preisgeld verbunden gewesen. Auch hier verlieren wir, wie erwartet, den ersten Satz deutlich. Die gegnerischen Aufschläge sind kaum zu bändigen. Doch auch dieses gestandene Team fängt an zu straucheln: Wir können uns den 2. Satz holen und sorgen damit erneut für eine Überraschung. Und auch im 3. Abschnitt sind wir oben auf. 11:9 bei 15er Sätzen und wir haben die Chance zum 12:9… leichtfertig vergeben. Als hätten sich beide Teams darauf geeinigt, dass das gerade der Spielentscheidende Punkt war, trifft Fabian Kempf die nächsten Aufschläge perfekt. Obwohl wir einen 14:12-Rückstand sogar nochmal ausgleichen können, schaffen wir es nicht, den Sack zuzumachen.
Nun mussten wir im Loserpool um den 7. Platz weiterspielen. Nach zwei Spielen als Underdogs waren wir dieses Mal die Favoriten gegen ein Team, was eine klare Niederlage und einen Sieg durch Spielabbruch wegen Verletzung bisher an diesem Tag auf dem Konto hatte. Den ersten Satz gewinnen wir halbwegs souverän. Der zweite wird dafür umso knapper. Leider sorgte das Schiedsgericht mit klaren 3 Fehlentscheidungen in der Endphase für den Jubel der lautstarken gegnerischen Fans. Und für einen Bruch in unserem Spiel. Nach zwei überragenden Spielen wurden wir nun im alles entscheidenden dritten Satz deklassiert.
Fazit: Nach zwei Spielen am Leistungslimit stehen wir am Ende mit leeren Händen da und haben neben verfehlten DVV-Punkten und Preisgeld zwei richtig bittere Niederlagen zu verdauen. Für mich war das entscheidende Spiel die Niederlage gegen Kempf/Müller. Ein Sieg hätte einen absoluten Höhepunkt in meiner Beachvolleyballkarriere bedeutet. Nach solchen Matches nochmal ans Limit zu gehen, fällt schwer. Und mit halber Leistung gewinnt man eben auch nicht gegen ein technisch und körperlich unterlegenes, aber frei aufspielendes Team, welches Fans und Schiedsrichter auf der eigenen Seite weiß.
Ausblick: Ohne DVV-Punkte und dem damit verbundenen erneut schlechten Setzplatz wird es jetzt wieder richtig schwer Anfang Juni beim A+ in Dresden und den Hochschulmeisterschaften.

Kopf hoch!
Beim nächsten Turnier habt ihr sicherlich das Quäntchen Glück, was gefehlt hat!
Kommentar von Ernie — 19. Mai 2010 @ 22:00