7. Januar 2009

Volleyball in Dresden – Leistungssport im Wandel

Gleich den Verlust von zwei der engagiertesten Trainer hat derzeit die Dresdner Volleyballszene zu verdauen: Zum einen hat der Cheftrainer der ersten Frauen des Dresdner SC, Arnd Ludwig, ab der nächsten Saison eine neue Aufgabe als Kanadischer Nationaltrainer und zum anderen wurde auch Karsten Blume von seiner Funktion als Leiter des obersten VC Dresden-Teams entlassen.

Um eventuelle Umstrukturierungen im Trainerstab des VC rankten sich bereits seit einiger Zeit Gerüchte. Doch die Geschwindigkeit dieses Wechsels hat sicher die allermeisten überrascht. Wie der offiziellen Vereinshomepage zu entnehmen ist, geschieht dieser Wechsel offenbar aus gesundheitlichen Gründen. Ein sehr belebtes Gästebuch zeigt jedoch bereits Kritik von verschiedensten Seiten. Dabei ist die teilweise angedeutete Einflussnahme von externen Kräften auf das Geschehen meiner Meinung nach auf jeden Fall irrelevant, da für soetwas zum aktuellen Zeitpunkt mitten in der Saison sportliche Misserfolge Voraussetzung wären. Der VC steht aber mit 14:12 Punkten in der Tabelle gut da und hat sich mit Siegen in schweren weil extrem wichtigen 4-Punkte-Spielen sogar ein kleines Polster zu den Abstiegsrängen verschafft. Auf jeden Fall ist diese Personalveränderung eine harte Zäsur in der Vereinchronik, denn Karsten Blume hat die Mannschaft nicht nur in die 2. Bundesliga begleitet, sondern mit extremer Hingabe für den gesamten Verein diesen Aufstieg und die nun sehr ambitionierten Ziele erst möglich gemacht. Unter diesem Aspekt dürfte den Verantwortlichen die Trennung von Herrn Blume mit Sicherheit sehr schwer gefallen sein. Ich möchte sogar soweit gehen zu behaupten, dass fadenscheinige Begründungen dadurch komplett ausfallen und tiefgreifende Probleme (wie beispielsweise die angegebenen gesundheitlichen Aspekte) der eigentliche Grund sein müssen.

Der nächste Schock für Dresden war die Bekanntmachung, dass DSC-Trainer Arnd Ludwig bei der Kanadischen Nationalmannschaft einen Vertrag für die kommenden vier Spielzeiten unterschrieben hat. In den vergangenen sieben Jahren hat dieser den Dresdner SC zu Meistertitel und Podestplatz beim Challenge Cup geführt. Mit seiner sympathischen und ruhigen Art in Verbindung mit Kompetenz und Professionalität hatte er mit Sicherheit einen großen Anteil daran, dass manches Talent noch das eine oder andere Jahr länger lieber an der Elbe geblieben ist, als in ausländische Gefilde zu wechseln. So wie ich “Lupo” kenne wird er bis zum Saisonende aber alles für eine Krönung seiner Arbeit in Dresden mit einem erneuten Meistertitel und einer vorderen Platzierung im internationalen Wettkampf geben.

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